Die Baureihe FDS ist ein Lamellenfenster für besondere Lüftungs- und Entrauchungsaufgaben. Über schwenkbare Lamellen gibt sie einen regelbaren Querschnitt frei und bewegt so kontrolliert Luft — im Alltag zur natürlichen Lüftung, im Brandfall in geprüfter Ausführung zum Rauch-Wärme-Abzug. FDS gehört damit in dieselbe Produktfamilie wie die übrigen Lamellenfenster.

Robuste Bauweise für anspruchsvolle Aufgaben

FDS ist auf Bereiche ausgelegt, in denen Lamellenfenster dauerhaft beansprucht werden und zuverlässig funktionieren müssen. Die Lamellen geben einen großen, regelbaren Querschnitt frei und schließen wieder witterungssicher. Wo es vor allem auf Luftwechsel, Robustheit und Wetterschutz ankommt, spielt die Baureihe ihre Stärken aus: in technischen Räumen, Hallen und stark frequentierten Erschließungszonen. Die konkrete Profil- und Lamellenausführung richtet sich nach Einbausituation und Anforderungsprofil und wird projektbezogen festgelegt.

Natürliche Lüftung

In der Grundfunktion sorgt FDS für natürliche Lüftung über thermischen Auftrieb und Winddruck. Geöffnete Lamellen lassen frische Luft einströmen und verbrauchte Luft abströmen, ohne dass mechanische Lüftungstechnik nötig ist. Der Öffnungsgrad lässt sich an den Bedarf anpassen, sodass sich Luftmengen dosieren und an Witterung oder Nutzung ausrichten lassen. Geschlossen halten die Lamellen Wind und Niederschlag ab.

Natürliche Lüftung über Lamellenfenster kommt vor allem dort infrage, wo große Querschnitte gefragt sind und eine durchgehend laufende mechanische Anlage unnötig oder unwirtschaftlich wäre. Ob die natürliche Lüftung im Einzelfall ausreicht, hängt von Raumgeometrie, Nutzung und den örtlichen Verhältnissen ab und wird im Lüftungskonzept beurteilt.

Rauch-Wärme-Abzug (RWA)

Die zweite zentrale Aufgabe ist der Rauch-Wärme-Abzug. In geprüfter Ausführung öffnet FDS im Alarmfall und führt Rauch und Hitze aus dem Gebäude ab. So bleiben Flucht- und Rettungswege länger frei und die Sicht für Einsatzkräfte verbessert sich. Lüftung und RWA lassen sich im selben Bauteil kombinieren: Das Lamellenfenster lüftet im Alltag und entraucht im Ernstfall. Welcher wirksame Querschnitt erforderlich ist, ergibt sich aus dem Entrauchungskonzept und den darauf bezogenen Nachweisen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen geometrischem und aerodynamisch wirksamem Querschnitt: Maßgeblich für die Entrauchung ist der wirksame Querschnitt, der über eine Prüfung der jeweiligen Ausführung ermittelt wird. Ob FDS für eine konkrete RWA-Aufgabe taugt, lässt sich daher nicht allgemein zusagen, sondern hängt von der geprüften Ausführung, dem Einbauort und den Vorgaben des Brandschutzkonzepts ab. Diese Punkte sollten früh mit den am Projekt beteiligten Brandschutzplanern abgestimmt werden, damit Bauteil und Konzept zusammenpassen.

Steuerung von manuell bis motorisch

FDS ist in unterschiedlichen Steuerungsstufen verfügbar:

SteuerungTypischer Einsatz
ManuellEinfache, gut erreichbare Lüftungsöffnungen
MotorischSchwer erreichbare Einbauorte, automatisierte Lüftung
VernetztEinbindung in die Gebäudeleittechnik, sensorgesteuert

Über Sensoren für Wind, Regen oder Temperatur lässt sich die Lüftung automatisieren. Für RWA-Anwendungen ist die sicherheitsgerichtete Ansteuerung über die Brandmeldeanlage erforderlich. Welche Steuerungsstufe sinnvoll ist, hängt von Erreichbarkeit, gewünschtem Automatisierungsgrad und der Frage ab, ob neben der Lüftung auch eine Entrauchungsfunktion gefordert wird.

Einbau und Einsatzbereiche

FDS lässt sich je nach Ausführung in Fassade oder Dach integrieren. Typische Einsatzbereiche sind Industrie- und Gewerbehallen, Treppenhäuser und Atrien, Tiefgaragen sowie technische Räume — überall dort, wo große Luftmengen bewegt oder im Brandfall abgeführt werden müssen. Die Wahl zwischen Wand- und Dacheinbau, der freie Querschnitt und die Lamellenausführung hängen vom Lüftungs- beziehungsweise Entrauchungskonzept des Gebäudes ab.

Beim Einbau sind neben dem Querschnitt auch Anschlüsse an die umgebende Konstruktion, Witterungsschutz und gegebenenfalls Wärmeschutz zu beachten. Wenn das Lamellenfenster Teil der thermischen Hülle ist, kommen gedämmte Varianten infrage; in rein technischen oder offenen Bereichen genügen oft ungedämmte Ausführungen. Auch Wartung und Zugänglichkeit der Antriebe sollten bereits in der Planung berücksichtigt werden, damit Lüftungs- und RWA-Funktion dauerhaft sicher arbeiten.

Planung und Abstimmung

Lamellenfenster für Lüftung und Entrauchung sind selten Standardware von der Stange: Querschnitt, Steuerung, Brandschutzanforderungen und Einbausituation greifen ineinander. Sinnvoll ist es, früh festzulegen, welche Funktion im Vordergrund steht — reine Lüftung, reiner Rauch-Wärme-Abzug oder eine Kombination beider Aufgaben. Daraus ergeben sich Ausführung, Steuerungsstufe und die erforderlichen Nachweise. Bei RWA-Anwendungen ist die Abstimmung mit dem Brandschutzkonzept und der Anlagentechnik entscheidend, damit das Bauteil im Ernstfall wie vorgesehen auslöst und der geforderte Querschnitt zur Verfügung steht.

Einordnung in die Lamellenfenster-Familie

FDS ist eine von mehreren Baureihen innerhalb der Lamellenfenster-Familie. Welche Baureihe im Einzelfall passt, lässt sich nicht pauschal beantworten: Es kommt auf den geforderten Querschnitt, die Einbausituation, die Funktion und die Steuerung an. Eine robuste Aluminium-Wandlamelle für große Querschnitte ist etwa das FLW 40. Einen vollständigen Überblick über Funktionsprinzip, Lamellenarten sowie Lüftung und RWA gibt die Hauptseite Lamellenfenster.

Unsere Rolle

Wir ordnen die passende Baureihe und Ausführung anhand von Querschnitt, Funktion und Steuerung ein, stimmen RWA-Anwendungen mit dem Entrauchungskonzept ab und vermitteln geeignete Hersteller und Verarbeiter — herstellerunabhängig, neutral und nachvollziehbar dokumentiert.